Scheitern erwünscht! Top 3 Insights aus Silicon Valley

Der dritte und vierte Tag unserer Reise führt uns auf den Campus der Stanford Universität – StartX ist das Start-Up Gründerzentrum für jene Stanford Studenten, die ein Start-Up gründen wollen.

 

Die simplen Regeln des StartX Programm:

  • man unterstützt nur die vielversprechendsten Start-Ups. Nur 10% der Bewerber haben eine Chance in das 10 wöchige StartX Trainingsprogramm aufgenommen zu werden
  • Mentorship durch ehemalige Stanford-Absolventen – die meisten davon selbst einige der erfolgreichsten Start-Up Gründer des Silicon Valley
  • A Trusting Community – man hilft sich gegenseitig, durch Kontakte, Kritik und Teamwork. StartX Member bleibt man sein Leben lang – dadurch entsteht die wahrscheinlich potenteste, erfolgreichste Community des SV

Unterstützt wird mit jenen Services, die Gründer am meisten brauchen: DemoDays, Mentor network, PR Services, Recruitment Services, IT-Services Cloudservices, und man stellt Basisfinanzierung ohne dafür Anteile zu verlangen.

Wir lernen drei StartX Gründer kennen, die uns in 5 Minuten Pitches ihre Geschäftsideen vorstellen. Wenn sie erfolgreich sind, werden wir in den nächsten ein- zwei Jahren eine Plattform zur Vermittlung von Lagerraum (Stash), biometrische Sensoren und die Revolution bei der Planung von komplexen Bauprojekten durch Artificial Intelligence erleben (Alicia).

 

Ein österreichisches Start Up im Valley

Am Abend, bei einem Networking Dinner mit Gründern und Investoren plaudere ich mit Christoph Hechenblaikner, der mit seinem Grazer Softwareunternehmen CrossCloud Kontakt im Silicon Valley sucht. Ich frage ihn, wie er seine Chancen sieht, hier zu reüssieren. Sein Fazit: Kapitalgeber zu finden, wäre ihm deshalb unmöglich, da die großen Investoren neben der Geschäftsidee vor allem die Gründerteams im Blick haben. Wenn es im Board nur so von Stanford Absolventen, ex Google und Facebook Mitarbeitern wimmelt, dann öffnen sie ihren Geldhahn auch dann wenn die Produktidee „risky“ ist. Denn ein gutes Team kann rasch aus Misserfolgen lernen und eine Idee perfektionieren. Als österreichisches Start-Up fehlt diese persönliche Referenz und auch die Nähe, denn ins Ausland wird fast nie investiert. Trotzdem verspricht die Reise für CrossCloud  ein Erfolg zu werden – schon in den ersten Tagen seines rund 3-monatigen Aufenthalts hat er vielversprechende neue Vertriebspartner für sein Produkt finden können.

 

Top 3 Learnings

Am Ende einer spannenden Woche im Silicon Valley nehme ich mir vor, drei Dinge von den Start-Up Unternehmern abzuschauen.

  1. Offenheit / Sharing: keine Angst, neue Ideen schon ganz frühzeitig zu teilen – mit Partner, Kunden und Konkurrenten. Denn nur durch diesen frühzeitigen Austausch bekommt man den notwendigen Input um Ideen auf den Punkt zu bringen.
  2. Start Fast and Small – Fail fast and smart.Weg von Großprojekten mit langen Vorlaufzeiten. Lieber schnell eine Minimalvariante auf Kundenresonanz testen – und erst bei Erfolg einen großen Rollout anhängen.
  3. Hochachtung vor gescheiterten Projekten: bei uns gilt Scheitern als Versagen. Das ist im SV ganz anderen – dort sind Manager nur dann gefragt, wenn sie sich mal was getraut haben. No Risk, no success. Aus dem Scheitern lernt man und wird deshalb zum besseren, erfahreneren Unternehmer und Manager.