Das Geheimnis von Silicon Valley

Was ist das Geheimnis des innovativsten Wirtschaftsraums der Welt ? Wie tickt die Gründerszene im Silicon Valley ? Und was können Marketer auf der ganzen Welt davon lernen? Diese Geheimnisse will die Zukunftsreise der Wirtschaftskammer diese Woche lüften. Ich bin mit dabei – und teile meine Eindrücke.

Besuch bei Airbnb und Google:

Wir besuchen das Headquarter von Airbnb iund das Google Office – jeweils Gebäude für rund 2000 Mitarbeiter.  Bei Airbnb begeistert uns der frischere Start-Up Spirit – alles wirkt noch spontaner und dynamischer als beim „alten Hasen“ Google. Die Mitarbeiter sitzen fast aufeinender so dicht gedrängt sind die Computerarbeitsplätze. Daneben gibt es dutzende Möglichkeiten zum Teamworken – und jeder dieser kleinen Meetingräume ist ein authentischer Gastraum aus irgendeinem Airbnb Land auf der ganzen Welt. Man kann also in einer indischen Teeküche, einem südamerikanischen Wohnzimmer oder einem Beduinenzelt meeten. Das Produkt von Airbnb ist also bei jedem Meeting mit dabei.

Bei Google wirkt alles sehr viel strikter durchdesigned – natürlich auch hier modernste Architektur, die zum Co-Worken einlädt. Eiserne Regel – von jedem Arbeitsplatz nicht mehr als 70 Meter zum nächsten Food-Corner. Excellentes Gratis-Essen hält die Googler bei Laune und leistungsfähig. Ein steirischer Chefprogrammierer im Android-Entwicklungsteam sprüht vor Begeisterung wenn er davon erzählt, im best ausgestatteten Rechenzentrum der Welt zu arbeiten – wo die komplexesten Datenbankabfragen in Nanosekunden ablaufen. Zentrale Themen der Entwicklungsarbeit sind Artificial Intelligence und Maschine Learning. Ein Jobwechsel kommt für ihn nicht in Frage – sind doch Facebook, Uber und Co technologisch „5 Jahre hinterher“.

Was beiden Firmen gemeinsam ist – meetingfreie Tage. Bei Airbnb ist der Mittwoch meetingfrei – da soll jeder nur an seinen Projekten arbeiten. Gerne auch von zu Hause.

Der Silicon Valley Spirit

Alfredo Coppola von US Market Access berät seit 2011 Unternehmer bei ihrem Start ins Silicon Valley. Er plaudert mehr als eine Stunde aus dem Nähkästchen – und vermittelt wunderbar den Spirit der hier herrscht. Die wichtigsten Aha-Momente für mich persönlich:

  • Fast alle Big Brands der Old Economy haben ihre Innovation Center im Silicon Valley. Daher ist es leichter, mit BMW hier einen Termin zu bekommen um über eine neue Idee zu reden, als in München. Die Innovatoren dieser Unternehmen sitzen alle hier – und sind auf der Suche nach neuen Ideen.
  • Business Termine dauern nicht länger als 30 Minuten – 5 Minuten hast du, um deine Idee vorzustellen. Max. 25 Minuten diskutiert man dann die gemeinsamen Business Opportunities. Zentral ist dabei immer nur eine Frage: Wie kannst du mir helfen, mehr Geld zu machen oder Geld zu sparen.
  • Alles geht extrem schnell – Meetings have to be followed up within hours !
  • Es herrscht eine „pay it forward“ Mentalität – wenn ich dich und dein Konzept gut finde, helfe ich dir gerne weiter – meist mit Kontakten, die ich dir zur Verfügung stelle. Dafür erwarte ich keine unmittelbare, sofortige Gegenleistung. Irgendwann wirst du mir auch helfen können.
  • Man spricht mit allen über seine Ideen und Konzepte – auch mit den Konkurrenten. Nur so entdeckt man Schwächen – und / oder Chancen, durch Kooperationen noch besser zu werden.
  • Es gibt nirgendwo so viele potente Geldgeber wie hier. Es herrscht eine fehlerverzeihende Mentalität – wer mit einem Start-Up scheitert, hat Mut gezeigt und mit Sicherheit viel gelernt. Das macht ihn als Partner für die Zukunft interessanter!
  • Was es braucht, um als Start-Up Unternehmer eine Chance zu haben – ganz einfach: den richtigen Mindset und die physische Präsenz vor Ort. Man investiert nur in jemanden, den man kennt und jederzeit besuchen kann. You have to be there – dafür wirst du mit Know-How und Investment belohnt. Und du hast die Chance, die talentiertesten Menschen aus der ganzen Welt als Mitarbeiter zu gewinnen.